Christian – von Anfang an dabei

Christian, wie bist Du zum Bildungsstreik gekommen?

Das ist eine lange Geschichte. Also: Ich war in Kassel auf einem Vernetzungstreffen, von der KI aus…

KI?

Die Kritische Initiative. Also genauer gesagt, war der eigentliche Beginn eine Spontandemo der KI 2008 gegen die Studiengebühren in Hessen, in die ich einfach reingestolpert bin. Und so kam ich dann zum Campuscamp, wo auch das Heidelberger Forum war. Die hatten Peter Grottian zu einem Vortrag eingeladen, und dabei entstand eigentlich die Idee des Bildungsstreiks. Ich habe dann angefangen, mich in die Organisation einzubringen, Kassel, wie eben erwähnt, war das erste große Treffen, um die Idee Wirklichkeit werden zu lassen.

Das ist ja spannend, dann warst Du ja von Anfang an dabei! Wie würdest denn Du jetzt jemandem, der noch nichts vom Bildungsstreik gehört hat, in einem Satz beschreiben, was das ist?

Der Bildungsstreik ist für mich eine ganz heterogene Bewegung, die ganz viele Missstände kontext- und länderübergreifend im Bildungssystem erkannt hat – als Beispiele: Ökonomisierung der Bildung oder die Auswirkungen des Bologna-Prozesses – und versucht, diese Probleme durch eine Mischung aus radikalen Aktionen und inhaltlichen Auseinandersetzungen zu ändern.

Was war Dein persönliches Highlight in der langen Zeit mit dem Bildungsstreik?

Der ergreifendste Moment für mich war die Demo hier in Heidelberg auf dem Bismarckplatz, die erste richtig riesige Demo mit tausenden Teilnehmern. Vor dieser Menge Menschen zu stehen und zu erkennen, dass es nicht einigen Wenigen um etwas geht, das für die Gesellschaft ein Randphänomen ist, sondern dass die Allgemeinheit erkannt hat, dass es hier riesige Probleme gibt, wie ich das immer gehofft habe. Diese Menge an Menschen zu sehen und in der Bewegung die Kraft und den Zusammenhalt zu spüren, das hat mir unglaublichen Auftrieb gegeben.

blank info