Istvan Farkas: Gedanken zu Foucault

Es heißt, die Hypo Real Estate und andere Banken, die nicht wirklich mit Geld umgehen konnten, seien “systemrelevant”, und das rechtfertige Darlehen über mehr als 150 Milliarden Euro. Nun, vielleicht stimmt das – aber für weniger als 10% (andere Quelle) dieser Summe hätte man das Bildungswesen der BRD wieder zu einem zu machen, für das man sich (im OECD-Vergleich) als gebildeter Mensch nicht in Grund und Boden schämen muß. Zumal das Bildungswesen sich nicht selbst in den Kollaps gewirtschaftet hat, wie gewisse Finanzdienstleister mit ihren “Führungskräften” – die allenfalls an der Nase herumführen können –, sondern schlicht seit der Ära Kohl/Rüttgers als Sparschwein mißbraucht wurde. Der Propagandaslogan “Mehr Leistung!” ist eine der großen semantischen Schizophrenien unserer Zeit. Was unter diesem Label verkauft wird, ist nichts weiter, als daß diejenigen, die am allermeisten geleistet haben jahrzehntelang bestraft werden, und diejenigen, die sich so einiges geleistet haben aber ansonsten nicht allzu viel – außer der Produktion virtueller Werte und gefälschter Bilanzen –, belohnt werden,

Das antiquierte deutsche Schulsystem erschwert die Partizipation und das sich-einbringen von Menschen in ein gesundes demokratisches Gesellschaftswesen wie sonst nur in Diktaturen und Entwicklungsländern; “Ghettoschulen” in denen jeder Geist nur verkümmern kann, sind das direkte Resultat. Das Hochschulwesen ist von ein bißchen altbacken aber international angesehen zu einem irrsinnigen Chaos deformiert worden. Darwin und Wallace hätten sich im Bildungssystem, wie wir es heutzutage in Deutschland finden, von irgendeinem nichtsnutzigen Wirtschaftsverbandsfunktionär als “Bummelstudenten” und “Leistungsverweigerer” beschimpfen lassen müssen. Sie wären vermutlich, statt unsere Sicht auf die Welt in der wir leben von Grund auf zu modernisieren, in irgendeiner Hartz-”Maßnahme” gelandet. Mozart wäre ein Fall für die Sonderschule gewesen. [Welche Kopfnote hätte der junge Herr Johann Goldmund Wolfgang Gottlieb M. für Werke wie KV 382d (“Leck mir den Arsch fein recht schön sauber”) wohl erhalten?]

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