Archiv für die Kategorie „Aktionen“
29. Mai 2010
12. Mai 2010
Am nächsten Montag, den 17. Mai 2010 von 9.30–13.30 Uhr findet in Berlin die sogenannte Bologna-Konferenz des Bundesbildungsministeriums statt. Ministerin Schavan hat Vertreterinnen und Vertreter der parteipolitischen und konfessionellen Hochschulgruppen, Bildungsstreik-Aktive, der Kultusministerkonferenz sowie Wirtschaftslobbyisten eingeladen. Die Konferenz wird in Heidelberg in drei verschiedene Hörsälen übertragen
- Heuscheuer II (direkt am Marstall)
- Aula der alten PH
- Chemie gHS
Die Konferenz ist nach unserer Einschätzung kein ernstzunehmender Versuch, auf die Forderungen des Bildungsstreiks einzugehen, sondern vor allem eine öffentlichkeitswirksame Show, die die ministerielle “Bereitschaft zur Kommunikation” ebenso standardisiert wie geheuchelt nach außen trägt. Im letzten Jahr wurde oft genug deutlich, dass sich die erfahrbare Kommunikation der verantwortlichen Ministerien vor allem durch Polizeipräsenz und Schlagstockeinsatz manifestiert. Nach internen Einschätzungen sind auch bei dieser Konferenz kaum inhaltliche Reformen zu erwarten.
Die Schavan-Show muss analysiert und gegebenenfalls entlarvt werden! Unsere Antwort wird deutlich ausfallen, denn wir lassen uns keine weiteren Vertröstungen und Beschwichtigungen mehr bieten!
Es scheint an der Zeit, die Umgestaltung der Schulen und Hochschulen selbst in die Hand zu nehmen.
26. April 2010

Am Donnerstag steigt im Teufel die nächste Soli-Party für den Bildungsstreik. Revolutionäres Abtanzen bis in die Morgenstunden und dann auf in einen heißen Protestsommer.
Ab 20 Uhr geht’s los, Eintrittssoli ab 2 €.
26. April 2010
Die Auftaktveranstaltung zum Bildungsstreik am letzten Donnerstag, den 22. April, wurde mit einer lautstarken Demonstration durch die Stadt abgeschlossen.
Am Donnerstag, den 22.04. fand am Bunsenplatz die Auftaktveranstaltung zum Bildungsstreik im folgenden Juni statt. Um 9:00 Uhr lud das Bündnis Rhein-Neckar zum Frühstück ein, um dann gestärkt in die inhaltliche Arbeit einzusteigen. Zwischen 10:00 und 15:00 Uhr fanden Workshops zu den Themen Bildung, Migration und Demokratie statt, dazu ein Kreativ-Workshop zur Gestaltung von Bannern. Die Veranstaltung zeichnete sich durch abwechslungsreiches Programm und motivierte Teilnehmer aus, die aus Studierenden, SchülerInnen und spontan Interessierten bestanden. Das Erziehungswissenschaftliche Institut stellte das selbstverwaltete Kellercafé zur Verfügung, um Kaffee und Tee anzubieten.
Um 16:00 wurde die inhaltliche Kritik dann auch auf die Straße getragen: Ein Demonstrationszug führte vom Bunsenplatz über den Marktplatz und die Untere Straße bis zum Uniplatz.
Somit stellte der Tag ein gelungenes Warmup auf dem Weg zu weiteren Protesten für bessere, selbstbestimmte Bildung im Sommer dar.
Hier könnt ihr euch Fotos vom Tag ansehen.
12. April 2010
Zum Auftakt für ein neues Semester Bildungsstreik findet am 22.04. vor dem Psychologischen Institut (Hauptstraße 47-51) eine Auftaktveranstaltung statt. Um 9:00 Uhr treffen wir uns zu einem gemeinsamen Frühstück, um ab 10:00 Uhr gestärkt in die inhaltliche Arbeit einzusteigen. Das Bündnis organisiert Workshops zu Themen wie Bildung, Elitenförderung oder Migration, die aus Input-Referaten und kritischer Diskussion bestehen.
Im Anschluss daran (ca. 16.00 Uhr) werden wir die radikale inhaltliche Kritik am maroden Bildungssystem auf die Straße tragen. Motivierte Mitstreitende finden sich zur Demonstration durch UNSERE Stadt Heidelberg ein und beleben den toten Geist!
Programm:
- 9 Uhr – Frühstück
- ab 10 Uhr – Workshops
- 10.00: Demokratie in der Schule und Privatisierung (KriSA)
Die kritische Schülerinitiative beschäftigt sich in diesem Workshop mit den zunehmenden Privatisierungstendenzen an öffentlichen Schulen, die soziale Ungleichheit verstärken und Schulbildung zur Ware machen. Wer zahlt, der bekommt qualitativ höherwertige Bildung. Zum anderen sprechen wir über Demokratie an der Schule: warum sollen Schüler schon demokratischen Strukturen in ihrer Schule leben und wie kann das gewährleistet werden?
- 10.00: Calais – Migration und politische Arbeit
Die Situation in Calais zeigt die unverantwortlichen und unterdrückenden Auswirkungen europäischer Asylpolitik. Gezwungen von kapitalistischen Ausbeutungsverhältnissen, Krieg und der Unterdrückung jeglicher Freiheitsgedanken versuchen Hunderte (insbesondere aus Iran, Afghanistan, Irak, Eritrea, Ghana, Sudan) nach Großbritannien zu flüchten. Flüchten bedeutet jedoch unmenschliche Lebenssituationen, staatliche (bzw. staatlich legitimierte) Repression, Schlepperbanden, etc. Der Versuch in Calais Veränderungen herbeizuführen ist fast unmöglich in einer Gesellschaft, in der Solidarität keinen Wert besitzt. Welche Möglichkeiten für politische Arbeit dennoch bleiben, soll unser Bericht zeigen.
- 10.00: Liquid Democracy als Studierendenvertretungs-Modell
Direkte Beteiligung an allen Abstimmungsprozessen oder Repräsentation im parlamentarischen Modell? Das noch recht junge Demokratiekonzept “Liquid Democracy” soll beide Arten der demokratischen Organisierung unter einen Hut bringen. Die Arbeitsgruppe, die derzeit an der Umsetzung dieses Konzeptes für die Studierendenvertretung arbeitet, stellt wesentliche Elemente und Fragestellungen zum Thema vor.
- 10.00: Fachräte und Organisierte Studierendenschaft
Im Zuge des Bildungsstreiks haben sich an der Uni Heidelberg verschiedene Arbeitsgruppen gebildet. Zwei davon befassen sich im weiteren Sinne mit einer erweiterten Mitbestimmung der Studierenden: die AG Fachräte und die AG Organisierte Studierendenschaft (OS). Die eine erarbeitet ein Modell der Mitwirkung von Studierenden auf Fachebene, die zweite will das bestehende Modell der unabhängigen Studierendenvertretung weiterentwickeln. Beide AGen sollen in dem Workshop kurz vorgestellt werden.
- 11.00: Kritik des Bologna-Prozesses
Der Bologna-Prozess ist der politische Prozess, der für viele Veränderungen des europäischen Hochschulraumes verantwortlich ist. In diesem Workshop soll ein kurzer Überblick über den Prozess und seine Auswirkungen gegeben werden sowie eine Kritik dessen stattfinden.
- 12.00: Eliten an der Hochschule – Folgen und warum eigentlich?
Dieser Workshop dient dazu, einen kurzen Abriss über die Geschichte von Elitenbildung zu geben und die Folgen für die Hochschullandschaft aufzuzeigen.
- 12.30: Standpunkte der DGB-Jugend
- 13.00: Sex & Gender
Die natürliche Zweigeschlechtlichkeit gilt in unserer Gesellschaft als gegeben. Neben „Mann“ und „Frau“ gibt es jedoch auch alternative Geschlechtermodelle, die die gängige Geschlechter-Einteilung kritisch hinterfragen. Im Workshop werden diese u.a. aus medizinischer und sozialwissenschaflticher Sicht vorgestellt und geben einen ersten Einblick in den Gender-Diskurs.
- 13.00: Lernen am Ende des Neoliberalismus (GEW-Studigruppe)
Der aktuelle Umbau des Bildungsbereichs ist mit Veränderungen verbunden, die einen neuen Zugriff auf die Subjekte deutlich werden lassen. Der Workshop versucht, einen Ausgangspunkt zu bieten, von dem aus sich (a) Bildung im Widerspruch zwischen Herrschaft und Emanzipation diskutieren lässt und (b) aktuelle Lernverhältnisse nach ihrer Verwicklung in gegenwärtige Umwälzungen der kapitalistischen Produktionsweise befragt werden können. Eine mögliche theoretische Fundierung zur Aufschlüsselung von Lernprozessen vom Standpunkt der Subjekte mag dabei eine Auseinandersetzung mit subjektwissenschaftlicher Lerntheorie im Anschluss an Klaus Holzkamp bieten. Genauer Ablauf noch in Arbeit und von den TeilnehmerInnen abhängig.
- 13.00: Evolution der Lehre – von Humboldt zum Bachelor
Es scheint bergab zu gehen. Habt ihr auch keine Lust mehr auf Referateseminare, unmotivierte Dozenten und stures Auswendiglernen? Wie können Alternativen aussehen? Nach einem kurzen Input wollen wir in diesem Workshop der Fachschaft Psychologie darüber gemeinsam diskutieren.
- 16 Uhr – DEMONSTRATION (Vom Psych. Institut über Marktplatz zum Universitätsplatz)
Detaillierte Infos zu den Workshops sind im Wiki zu finden.
10. Dezember 2009
Im Rahmen der Kultusministerkonferenz, die heute in Bonn tagt, wurde vom Bildungsstreikbündnis bundesweit zur Demonstration rund um den Tagungsort aufgerufen. Gleichzeitig wurde auch von Gewerkschaftsseite zur Demonstration aufgerufen und auch der DHV (Deutsche Hochschulverband) hat seine Mitglieder dazu aufgerufen ihre Studierenden in ihren Anliegen zu unterstützen und dafür Lehrveranstaltungen zu verlegen.
Die TeilnehmerInnen – je nach Quelle zwischen 5.000 und 10.000 Menschen – reisten mit Bahnen, Bussen und sgar mit einem Boot aus Mainz an. Die Demonstration, die am Mittag in Godesberg starte, zog zum Tagungsort in der Bonner Innenstadt, wo mehrere strategische Kreuzungen blockiert wurden, um das im Motto erklärte Ziel “Kultusminister nachsitzen” zu erreichen.
Die Polizei agierte stellenweise äußerst brutal und ging ohne erkennbare Gründe mit Brutalität gegen friedliche Demonstrierende vor. In einer Pressemitteilung der Bonner Polizei ist im Gegensatz zu uns vorliegenden Augenzeugenberichten davon die Rede, daß der Einsatz von Beamten behindert wurde – womit offensichtlich eine Erklärung für den massiven Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken geliefert werden soll.
Wir haben per Telefon Interviews mit AktivistInnen geführt, um einen Eindruck von der Stimmung und den Ereignissen vor Ort zu bekommen:
Interview 1
Interview 2
29. November 2009
Auch nach Ende der Besetzung des Hörsaal 14, bzw. jetzt erst recht geht unser Einsatz für ein gerechteres, offeneres und emanzipatorisches Bildungssystem weiter.
Deshalb findet in dieser Woche zum zweiten Mal die Aktionswoche des bundesweiten Bildungsstreik statt.
Im Sommer waren 270.000 SchülerInnen, Studierenden, Auszubildende, ErzieherInnen, Dozierende und LehrerInnen auf der Straße und haben sich gemeinsam für bessere Bildung eingesetzt.
Unsere Forderungen sind trotz aller Lippenbekenntnisse bisher nicht erfüllt worden, weshalb unser Protest fortgesetzt werden muss!
Gemeinsam fordern wir:
-
Erhöhung der Durchlässigkeit zwischen den Einrichtungen, insbesondere durch Abschaffung des mehrgliedrigen Schulsystems
-
Abschaffung von sämtlichen Bildungsgebühren, wie Kita- Studien- und Ausbildungsgebühren
-
Demokratisierung und Stärkung der Mit- und Selbstverwaltung in allen Bildungseinrichtungen
-
Orientierung der Forschungsfelder und Lehrangebote nach sozialen humanitären und ökologischen Gesichtspunkten, Sensibilisierung für diese Themen
-
Abbau von Barrieren, die den Zugang zu Bildung erschweren, Berücksichtigung und Förderung von Individualität
- Entwicklung einer neuen Lernkultur durch größere Vielfalt von Lehr- und Lernformen
Informier dich hier über weitere Forderungen, die aktuellen Entwicklungen und vor allem über den ständig aktualisierten Wochenplan:
http://www.bildungsstreik-hd.de/aktionswoche/
MITDENKEN! MITMACHEN! NEU GESTALTEN!
25. November 2009
Die zweite Aktionswoche im Rahmen des Bildungsstreiks steht vor der Tür.
Das Programm der Universität ist hier online und wird in den nächsten Tagen noch erweitert und aktualisiert (die Raumfrage wird ebenfalls noch geklärt). Schaut also immer mal wieder rein – es lohnt sich! Auf der Seite Material der komplette Flyer.
Das Programm der Pädagogischen Hochschule kann man hier ansehen; macht mit!
22. November 2009
Studierende und Schülerinnen und Schüler beklagen zahlreiche Verletzte durch Pfefferspray, Schlagstöcke und Reiterstaffel
In Stuttgart fand heute, den 21.11.09, im Rahmen des Bildungsstreiks eine landesweite Demonstration statt. 4000 Menschen aus ganz Baden-Württemberg protestierten gegen die Missstände im Bildungssys
tem und für die Wiedereinführung von Verfassten Studierendenschaften. Dabei kam es nach dem vorzeitigen Ende der Demonstration zu massiver Gewaltanwendungen durch die eingesetzten Polizeibeamten. Die Polizei ging mit Schlagstöcken und Pfefferspray gegen die Studierenden und Schülerinnen und Schüler vor. Ebenso zum Einsatz kam die Stuttgarter Reiterstaffel, die zuletzt bei einem umstrittenen Einsatz nach einem Fußballspiel für Schlagzeilen sorgte. Mehrere, teils minderjährige Demonstrierende, die für ein freies und gerechtes Bildungswesen eintraten, trugen dabei erhebliche Verletzungen davon.
„Während von Seiten der Politik durchweg Verständnis für die vorgebrachten Anliegen geäußert wird, scheint man den Protestierenden gleichzeitig auf unmissverständliche Weise die Grenzen der Meinungsäußerung setzen zu wollen. Wir werden uns davon aber nicht entmutigen lassen und weiter entschieden für Veränderungen in der Bildungspolitik eintreten,“ so ein Schüler aus Heidelberg.
Zur ersten Auseinandersetzung mit der Polizei kam es, als sich die Masse an beteiligten Personen auf die komplette Straße ausbreitete. Nach dem Ende der Demonstration wurden die Demonstrierenden unter Einsatz von Gewalt durch die Polizei daran gehindert, den Demonstrationsort zu verlassen. Daraufhin teilte sich der Demonstrationszug und es gelang den noch rund 1000 Menschen, auf zwei unterschiedlichen Wegen in Richtung Innenstadt zu laufen. Dabei wurden sie von Beamten der Bereitschaftspolizei unter Einsatz unmittelbaren Zwangs aufgehalten.
Einheiten zu Pferde ritten dabei in die Menge.
In der Folge trieb die Polizei die Demonstrierenden unter Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray auseinander und kesselte eine Gruppe von etwa 300 Personen ein. Mit Faustschlägen und Tritten schlug sie auf Demonstrierende, darunter Minderjährige, ein. Schließlich wurde es den Eingekesselten gestattet, den Platz in Kleingruppen zu verlassen. Einige trugen Verletzungen an Beinen und Füßen, sowie an Bauch und Kopf davon. Es gab mehrere Festnahmen. „Das gewaltsame Vorgehen der Polizei steht in keinem Verhältnis zu den
geringfügigen Abweichungen von den Auflagen einer Demonstration, die berechtigte und von weiten Teilen der Gesellschaft geteilte Kritik am Bildungssystem zum Ausdruck bringt,“ so eine Teilnehmerin der Demonstration. „Wir fordern eine lückenlose Aufklärung der Geschehnisse und eine Stellungnahme der Landespolitik zu den Anliegen der Studierenden und Schülerinnen und Schülern.“
Die Verletzten behalten sich rechtliche Schritte gegen die eingesetzten Polizeieinheiten vor.
Bilder Copyright Patrick G. Stößer [www.realfragment.de]
19. November 2009
Die bundesweiten Demos diese Woche waren ein großer Erfolg. Bildungspolitik ist in aller Munde, der Druck auf die Politik steigt stetig an. Lasst uns nochmal deutlich zeigen, dass wir echte Veränderungen im Bildungssystem fordern.
Komm zur landesweiten Demo am 21.11.2009 in Stuttgart! Bildungspolitik ist Ländersache, deshalb müssen wir unseren Landespolitikern zeigen, dass es so nicht weitergehen darf!
Hier die wichtigsten Infos:
- Beginn: Samstag, den 21.11. um 14.30Uhr am HBF (Lautenschlager Str.) in Stuttgart
- Hinfahrt: Da keine Busse gestellt werden, bietet sich die Fahrt mit der Bahn und dem BaWü-Ticket an. GEW-Mitglieder fahren umsonst mit der Bahn.
Folgende Bahnverbindung ist geeignet:
- ab 12.10Uhr HD HBF Gleis 5 RE 19509
- an 13.39Uhr Stuttgart HBF
- Treffpunkt ist um 11.45Uhr am HD HBF. (so ist genügend Zeit um Gruppen für die Tickets zu finden)
Hier der Aufruf des Bildungsstreik-Bündnisses in Baden-Württemberg, welche diese Demo auf die Beine gestellt hat.
Die GEW unterstützt die Demo und hat einen eigenen Aufruf verfasst.
Dazu gibt es auch eine Pressemitteilung der GEW.
Ebenfalls hat sich Verd.i solidarisiert und wirbt für die Demos diese Woche.