PM 10.1.: Symbolische Raumübergabe im Comeniushaus

Heidelberg – Am vergangenen Samstag fand das Fest zur Einweihung der Freizeiträume des Comeniushauses statt, welche nun den BewohnerInnen des Studierendenwohnheims wieder zur freien Verfügung stehen. Vorausgegangen waren dieser Entwicklung die Besetzung des Hörsaals 14 der Neuen Uni von BildungsstreikaktivistInnen im November und die damit verbundene Forderung der Studierenden nach Freiräumen in ihrer Universitätsstadt.

Bei der Einweihungsfeier der Räumlichkeiten, zu der nach eigenen Angaben ca. 250-300 Gäste erschienen, übergaben die BildungsstreikaktivistInnen diese feierlich den BewohnerInnen des Hauses. Sie regten außerdem die BewohnerInnen dazu an, ihren neu erkämpften Raum nun auch zu nutzen um zum Beispiel öffentliche Veranstaltungen oder studentische Arbeitskreise in initiieren.

,,Da der Raum uns BewohnerInnen nun frei zugänglich ist, werden wir diese Chance ergreifen

und überlegen, wie wir ihn optimal nutzen können.“, so ein Bewohner.

Bedauerlicherweise kam es nach der Feier vereinzelt zu Vorkommnissen von Vandalismus durch Einzelpersonen. Die BildungsstreikaktivistInnen distanzieren sich von diesen deutlichst.

„Es ist nicht in unserem Sinne, dass Einrichtungen verschmutzt oder beschmiert werden.“, unterstreicht ein Aktivist während der mehrstündigen Reinigungsaktion.

Die Nutzung der Räumlichkeiten blieb den BewohnerInnen des Hauses seit längerem verwehrt, vielmehr dienten diese sich in einer ehemaligen Kapelle befindlichen Räume bis jetzt als ,,Lagerstätte“.

Die BildungsstreikaktivistInnen lehnen das Angebot des Rektorats der Heidelberger Universität, die Räume des Comeniushauses für ihre bildungspolitische Arbeit zu nutzen, entschieden ab.

,,Es ist nicht zu akzeptieren, dass das Rektorat uns nun diejenigen Räumlichkeiten zur Nutzung anbietet, welche schon studentischer Raum sind. Dies legt vielmehr den Verdacht nahe, dass nun versucht wird, Studierende gegeneinander aus zu spielen: bildungspolitisch aktiven Studierenden wird ein Arbeitsraum angeboten, der eigentlich der freien Gestaltung und Entfaltung von Ideen der BewohnerInnen des Hauses dient.“, so eine Studierende der Gruppe. Die Forderung nach selbst verwalteten universitären Freiräumen werde so in keinster Weise erfüllt. Vielmehr sehen die bildungspolitisch aktiven Studierenden sich vom Rektorat erneut nicht ernst genommen.

Bedauerlich ist die Situation auch im Hinblick auf die neuen Freiräume der Pädagogischen Hochschule (PH) Heidelberg: dort ging die Rektorin auf die Freiraum-Forderung ein, indem sie den BesetzerInnen der PH das gesamte – bis dato ungenutzte – Erdgeschoss eines Hauses in der Zeppelinstraße zur freien Nutzung bereit stellte. Im Gegensatz zu dieser konstruktiven Lösung ist das Rektorat der Universität Heidelberg zu diesem Schritt nicht bereit und eröffnete den ehemaligen BesetzerInnen des Hörsaals 14 kein Gebäude- oder Raumangebot, welches akzeptabel ist.

Eine Gruppe von im Rahmen des Bildungsstreiks aktiven Studierenden war Anfang Dezember nach der fast 4-wöchigen Besetzung des Hörsaals in ein ehemaliges Institutsgebäude in der Marstallstraße umgezogen, in welchem das Rektorat einen Raum zur freien Verfügung stellte. Die aufgrund beginnender Renovierungsarbeiten zeitlich begrenzte Nutzung des Raumes endete am 4.1.2010. Das Rektorat suchte nach einer Ausweichmöglichkeit für die Studierenden und bot die ehemalige Kapelle des Comeniushauses zur Nutzung an. Ein weiteres Angebot des Rektorats, den Kellerraum des Sibley-Wohnheims zu nutzen, lehnten die Studierenden aus den selbigen, oben erläuterten Gründen ab – es handelt sich dort ebenfalls um einen studentischen Raum der BewohnerInnen welcher von diesen genutzt wird.

Die BildungsstreikaktivistInnen werden auch weiterhin für einen universitären Freiraum eintreten und ihre Forderung nach einem selbst verwalteten Platz nicht aufgeben.


  1. bewohner des comenius-haus sagt:

    Liebe BildungsstreitaktivistInnen,

    Wir sind direkte Bewohner des Comeniushauses, und haben einen Schock gekriegt am Morgen nach eurer Party:
    Das komplette Haus ist außen wie innen (!!) überall an den Wänden mit Graffity-Sprüchen bemalt, alle vier Stockwerke tragen an Wänden und Glastüren Schmierereien und Bemalungen. Euer Vorhaben, etwas verändern zu wollen, in allen Ehren, aber wir finden es eine Unverschämtheit, das neu renovierte Comenius-Haus so zu beschmutzen. Wenn ihr hier eine Party macht, dann sorgt bitte auch dafür, dass das Haus und dessen Wände nicht beschädigt/bemalt werden. Schließlich müsst nicht IHR hier wohnen, sondern wir. Den Nachteil haben nämlich jetzt wir Bewohner vom Comeniushaus. Ein herzliches Dankeschön. Ganz ehrlich: Das wirft wirklich überhaupt kein gutes Licht auf euch Aktivisten.

  2. Name sagt:

    Na, da habt ihr euch ja nen richtig guten Gefallen getan…

    http://www.uni-heidelberg.de/presse/meldungen/2010/m20100111_comeniushaus.html

  3. Heidelbergerin sagt:

    Im letzten Jahr wurde einfah gewaltsam das Rektorat der Universität besetzt und die dort arbeitenden Menschen von ihrem Lohnerwerb abgehalten (und übrigens gewaltsam heißt nicht nur, dass Menschen oder Gegenstände zu Schaden kommen, das sollte man wissen).
    Und auch in diesem Jahr machen die verlausten Herren und Damen Möchtegern-Akademiker auf sich aufmerksam. D werden ihnen schon (unverständlicherweise!!) vom Studentenwerk zur Verfügung gestellt und der linke Mob meint, er könnte jetzt darüber verfügen wie er möchte.

    Schade, dass der Studentenkarzer nicht mehr benutzt wird, da könnte der eine oder die andere mal ihr Mütchen kühlen, aber so bleibt nur zu hoffen, dass mal ein paar anständige Jungs für Ruhe und Ordnung sorgen.