Nach der Vollversammlung: Stuttgart trägt große Mitverantwortung an der Finanzkrise der PH

Am 17.12. 2009 informierten das Rektorat und Mitglieder der Haushaltsabteilung der PH Heidelberg in einer öffentlichen Vollversammlung die Mitglieder der Hochschule über die Ursachen der finanziellen Krise der PH. In diesem Zuge wurde die Haushaltslage der vergangenen und der kommenden Semester offen gelegt. Damit kommt das neue Rektorat einer der zentralen Forderungen aller Gruppen der Hochschule, insbesondere der Studierendenschaft, Transparenz über die Finanzlage der PH herzustellen, nach.

Die Zahlen sind eindeutig, sie zeigen: die Pädagogische Hochschule Heidelberg befindet sich weiterhin in einer sehr prekären finanziellen Lage! Trotz bereits erfolgter Sparmaßnahmen im Wintersemester 2009/2010, wird sich das Lehrangebot im Sommersemester drastisch verschlechtern. Das Lehrangebot wird laut Dekan Schallies sogar geringer ausfallen als im Wintersemester 2006, als es noch keine Studiengebühren gab. Bezüglich der Ursachen der „PH-Finanzkrise“ wurde in der Vollversammlung deutlich, dass diese nicht nur im alten Rektorat zu suchen sind. Es wurde klar gesagt, dass es in der ganzen PH massive Kommunikationsschwierigkeiten gab. Mittel wurden auf Grund fehlender Abstimmung mehrfach vergeben. Es gab keinerlei Kontrollinstanzen zu finanziellen Angelegenheiten. Die fehlerhaften institutionellen Strukturen möchte das neue Rektorat in Zukunft verbessern.

Die Studierenden mussten erkennen, dass sie noch einige Jahre unter der katastrophalen Haushaltslage der Pädagogischen Hochschule leiden werden müssen, da von Seiten des Landes bisher keinerlei finanzielle Unterstützung zu erwarten ist.

Es ist über deutlich, dass die Ursachen auch und vor allem bei den politischen Entscheidungsträgern in Stuttgart zu suchen sind! Grundsätzlich wurde aus den aufgelisteten Zahlen ersichtlich, dass die Pädagogische Hochschule Heidelberg unter der generellen Unterfinanzierung der Hochschulen leidet und die Studiengebühren von vornherein nur dazu eingeplant wurden, die Grundlehre zu sichern. Aktuell kam die Problematik der Geschwisterregelung hinzu: an die Hochschulen meldete das Ministerium, die Studiengebühren würden konstant bleiben; dabei wurde bereits ein Gesetz geplant, durch welches über 30% der Studierenden von Studiengebühren befreit wurden. Für dadurch entstehende Lücken in der Finanzierung müssen die Hochschulen ersatzlos aufkommen.

Während in Hessen die Studiengebühren abgeschafft wurden und die Landesregierung für den Ausgleich in der Finanzierung aufkommt, sind wir sehr enttäuscht, dass die Baden-Württembergische Landesregierung keine Verantwortung für die Gegenfinanzierung ihrer mangelhaft konzipierten Geschwisterregelung übernimmt.

Wir fordern die Baden-Württembergische Landesregierung dazu auf, die Finanzierung der Pädagogischen Hochschule sicher zu stellen und ihre Verantwortung gegenüber den Studierenden wahrzunehmen und die Einnahmeeinbußen auszugleichen.

Die Ausbildung von Lehrkräften ist die Grundlage für das Bildungssystem der nächsten Jahre. Einsparungen in der Lehrerausbildung haben weitreichende Folgen für viele kommende Generationen und den Bildungsstandard des Landes.


  1. bayreuth sagt:

    Kommentar für alle (ehemals) besetzten Unis:

    Wir, die Besetzenden der Uni Bayreuth, werden über Weihnachten nicht im H26 bleiben. Stattdessen wollen wir eine symbolische Aktion im Herzen des Campusgeländes, dem “Rondell”, realisieren. Ab Mittwoch, 23. 12. 2009, 12 Uhr bis Donnerstag 07. 01. 2010 12 Uhr werden wir 13 brennende Tonnen installieren. Eine Tonne steht für je ein teilnehmendes Land im internationalen Bildungsstreik. Flaggen werden den Symbolcharakter verdeutlichen. Durch diese Aktion wird ein Einschlafen des internationalen Protestes verhindert. Das Bildungsfeuer brennt weiter!

    Wir rufen euch daher auf, unsere Aktion mit eurer Präsenz zu unterstützen! Euer kommen ist jederzeit erwünscht. Wer am Campus übernachten will soll an Schlafsack und Zelt denken, alternative Schlafplätze können jederzeit organisiert werden. Am Sonntag 27.12. findet ab 12 Uhr ein Meeting statt.

    Es wurde ein Spendenkonto eingerichtet, um Brennholz zu finanzieren.
    Kto-Nr.: 38026068
    BLZ: 77350110

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