Die Neue Universität ist besetzt!

Am 3. November 2009 wurden von Studierenden zwei Hörsäle in der Neuen Universität in Heidelberg besetzt; die Besetzung dauert zur Stunde an. Einen Überblick über die Ereignisse gibt die zweite Pressemitteilung der Besetzer.

Über die Navigationselemente im Kopfbereich sind Infos zur aktuellen Entwicklung, Forderungen (unter Inhalte) und Pressemitteilungen zu finden.

Den Tagesablauf koordinieren wir im Planungsbereich im Wiki.

Du willst uns etwas zur Verfügung stellen? Hier gibt es die Möglichkeit,  uns Dateien zukommen zu lassen. Bitte fügt an, unter welcher Lizenz Ihr die Dinge freigebt – falls diese Info fehlt, nehmen wir an, daß die Sachen unter der von uns präferierten CC ShareAlike stehen.


  1. Antistreiker sagt:

    Hoert doch endlich auf mit dem Streik und nutzt die Zeit besser zum Studieren!!!

  2. Kai sagt:

    Weißt du denn was mit dem Bildungsstreik bezweckt wird? Hast du dich schon versucht zu informieren und kannst du dir vorstellen, dass es auch in deinem Studiengang Möglichkeiten zur Verbesserung der Lehre und der Studienbedingungen gibt?
    Aber dennoch lieber Antistreiker, vielen Dank für deine Sorge um unsere Studien…

  3. Nils sagt:

    Ich dachte Hörsäle würden besetzt und nicht „befreit“? Diese Wortwahl finde ich … unglücklich.

  4. Max sagt:

    Hey Leute,

    Solidarische Grüße aus dem tiefsten Thüringen. Hab auch mal in Heidelberg studiert. Schön zu sehen, dass Ihr was auf die Beine stellt. Der Livestream ist ja mal großartig und die „Kauft Bildung“ Idee mit den Einkäufswägen auch.

    Ich hoffe es springen noch ein paar Unis auf, aber das sieht ja schon ganz gut aus mit Wien (!), Münster, Bochum usw.

    Viel Erfolg!

  5. Simon sagt:

    Euer Stylesheet ist mit verlaub bescheiden. Das kann ja mal nicht sein, dass ich kilometerweit scrollen muss, um die Comments zu lesen. Die comments gehören nicht in den Footer. Packt die Tagcloud lieber ins Sidebar und die comments direkt unter den post…

    • ponk sagt:

      Leider haben wir momentan keine Zeit für größere Umbauten dieser Art – stören tuts mich auch.

  6. sho sagt:

    Wie wäre es mit einer solidarischen Aktion mit den Opelstreikenden? Mir ist bewusst, dass das nicht einfach zu organisieren ist, sowas würde aber mit Sicherheit mehr Aufsehen erregen UND dem „kleinen Mann“ (nicht-Akademiker) mehr Motivation liefern, Studenten zu unterstützen (denn Verständnis dafür, dass er nicht einsieht, warum „die“ für ihre Ausbildung nix bezahlen wollen und später trotzdem mehr verdienen als er, sollte man schon aufbringen…).

    Ansonsten weiterhin viel Durchhaltevermögen und Erfolg beim Mobilisieren der paralysierten Studimasse :)

  7. […] das als ehemals Aktiver quasi von außen zu betrachten. Grüße an dieser Stelle nach Heidelberg, Münster, Potsdam und natürlich […]

  8. Simon sagt:

    @Ponk: Wie wäre es damit einfach ein anderes „theme“ runterzuladen?

    Was sind bitte „studentische Freiräume“?

  9. Solidarität sagt:

    Interessant: „denn Verständnis dafür, dass er {der „einfache Arbeiter“} nicht einsieht, warum “die” für ihre Ausbildung nix bezahlen wollen und später trotzdem mehr verdienen als er, sollte man schon aufbringen…“

    Das ist der zentrale Satz in all diesen Kommentaren. Der ‚Arbeiter‘ hat kein Verständnis. Zu Recht!!! Warum soll er mit seinen Steuern das Studium der Kinder anderer Leute bezahlen? Wir alle werden später (wenn wir die Zeit im Studium einigermaßen sinnvoll nutzen) eine deutlich bessere Chance auf ‚angenehme‘ (vgl. zu Bauarbeitern), besser bezahlte Jobs haben, als Menschen, die nicht studieren.

    Dafür in Vorleistung zu treten, ist natürlich und gerecht. „Mehr Geld für Arbeitslose“, „kostenfreie Uni-Bildung“, „mehr Geld für Milchbauern“ etc. pp. geht eben nicht alles auf einmal. Es gibt Bildungskredite. Nutzt sie. Diese abzuzahlen, fällt uns später um einiges leichter als es dem Wenig-Verdiener leicht fällt, zu akzeptieren, dass er für unsere hohe Bildung aufkommen soll. Klar, Solidarprinzip einer Gesellschaft, schon o.k. – aber dann verlange ich auch, dass die Leute ordentlich studieren, dass alle High Potentials werden. Wisst ihr, was EIN Student pro Semester kostet (und zwar schon der Geisteswissenschaftler, ganz zu schweigen vom Mediziner…)? Ich will keinen bezahlen, der dann nach 7 Semestern abbricht. Das soll er selber tun. Ich habe schon ein Studium abgebrochen. Damit habe ich den deutschen Staat ca. 10.000 Euro gekostet, ohne dass er, ich oder irgendwer sonst etwas davon hatten.

    Von mir aus dient studieren auch der Selbstfindung und der Bildungsaneignung im Humboldtschen Sinne. Ein Studium kann aber nicht nur Selbstzweck sein. Wer eine Ausbildung macht, macht das, um einen Job zu bekommen. Wer eine Fortbildung macht, ebenfalls. Bildung ist auch Handwerkszeug. Immer. Die Studenten sollen mal von ihrem arroganten, ironischer Weise ja schon wieder elitären, hohen Ross runter kommen, und ihren Teil zu einer funktionierenden Gesellschaft beitragen.

    Man kann vieles ungerecht finden. Bei den Studiengebühren sollte man aber nicht anfangen. Demonstriert lieber mal gegen die Staatsverschuldung. DAS wird unser Problem werden.

    Und zum Thema „Mehr Mitbestimmung“: Nein, verdammt! Ihr bekommt hier etwas angeboten, für lächerliche 100 Euro im Monat, seid dankbar, dass es nicht viel, viel, viel mehr ist. Nehmt es an, studiert. Ihr habt umsonst Internet, euer Essen ist subventioniert, alle eure Materialen sind subventioniert. Ja, Seminare sind voll, fallen aus, etc. Nichts ist perfekt. Aber ihr bekommt immer noch (fast umsonst!) eine Bildung geboten, von der 95 % der Weltbevölkerung nur träumen können. Ja, ihr seid Kunden. Kunden, die ihre eigene Zukunft (und gerne auch ihre Selbstfindung) bezahlen. Das Prinzip dieser Welt ist so. Ihr investiert in eure Zukunft. Wie unfair ist es bitte, dass jemand nur deshalb, weil er (aus welchen Gründen auch immer) die Hauptschule besuchte und dann eine Ausbildung machte – also niemals erwog, eine Uni zu besuchen – eure Qualifikation und gleichzeitig 5 (oder mehr) schöne Jahre bezahlt, damit ihr später das doppelte bis zehnfache verdient. Darf er mitbestimmen? Darf er sagen: „Du, Tom, ich fände es schön, wenn Du diese Hausarbeit vielleicht doch schon dieses Semester schreibst, weil es mich und meine Kollegen dann 3.000 Euro weniger kostet“? Und der steht jeden Morgen um 6.30 Uhr auf! Zum Hörsaal-Besetzen ist er abends einfach zu müde.

    Das muss man alles nicht gut finden, aber dass dieses Gesellschaftssystem das einzige ist, was funktioniert, haben (im Grundsatz) ja mittlerweile sogar große Teile der Linken begriffen – außer Sahra Wagenknecht.

  10. Simon sagt:

    Ich gebe „Solidarität“ da vollkommen Recht! Guckt Euch mal dieses System an: http://www.direct.gov.uk/en/EducationAndLearning/UniversityAndHigherEducation/StudentFinance/index.htm
    In England könnten trotz Studiengebühren Arbeiterkinder studieren, in Deutschland kaum. Der Vater einer englischen Freundin verdient 200 Pfund in der Woche, trotzdem lebt die Familie im eigenen Haus, die Tochter studiert – dank student loan – und der Sohn kann seine A-Levels machen.
    Die Freiheit zu haben, studieren zu können, heißt nicht, dass das alles kostenlos ist. Und ich finde es außerordentlich utopisch mehr Lehrpersonal und keine Studiengebühren in einem Atemzug zu fordern. Wie soll das bitte funktionieren?!

    Außerdem kotzt es mich an, dass ich, der gerne mitarbeiten würde, lediglich hier diese dämliche „comment“-Funktion habe. Ich sitze an meiner Magisterarbeit, ich kann es mir nicht leisten stundenlang in irgendwelchen Plenen zu sitzen, würde gerne trotzdem was machen, aber das Wiki scheint ja auch nur dazu da zu sein, dass irgendwelche Dinge kund getan werden.

    Mein Eindruck: Große Klappe, nix dahinter.

  11. denis sagt:

    @Simon:

    Ich weiß nicht, wo dein Problem ist. Es war von Anfang eins unserer Hauptanliegen, die Besetzung und den Protest öffentlich und basisdemokratisch zu machen.
    Wenn du wissen willst, was abgeht, komm vorbei!
    (Du musst auch keine Stunden im Plenum verbringen, du kannst auch einfach einen Kaffee trinken kommen und dich informieren lassen.)
    Wenn du dich engagieren willst, komm vorbei!
    Jede Person mehr erhöht den Druck, jeder verteilte Flyer und jedes geklebte Plakat hilft.
    Also wir beschränken niemanden auf die dämliche „comment“-Funktion!
    Bei vielen macht das nur leider das verbaute Studium, weshalb ich auch jetzt noch zu Hause sitzen muss :(

  12. Simon sagt:

    @Denis: Genau DAS ist mein Problem. Ich fühle mich durch mein Studium nicht eingeschränkt. Ich habe freiwillig, weil ich nunmal alle Scheine zusammen hatte und mich in Oberseminaren intellektuell unterfordert gefühlt habe, meine Magisterprüfung angemeldet. Das ist meines Erachtens nach nur recht und billig. Und ich finde es auch nur recht und billig, dass man für die Anfertigung der Magisterarbeit und die darauf folgenden Klausuren und mündlichen Prüfungen einen Zeitrahmen vorgegeben bekommt. Wenn ich später einen CFP hab, kann ich auch nicht einfach hingehen und die Frist zur Einreichung überschreiten. Ich habe nunmal nicht die Zeit 45 Minuten zum Uniplatz zu fahren, 45 Minuten für den Rückweg aufzuwenden und dann auch noch 2-3h in irgendwelchen Plenen zu sitzen. Ich würde aber gerne mitarbeiten. Und die Tatsache, dass ich anwesend sein MUSS, um mitarbeiten zu können, schränkt mich ein. DADURCH fühle ich mich eingeschränkt, NICHT durch die Tatsache, dass ich in der Prüfungsphase bin.
    Mir geht es darum, dass die Streikenden offensichtlich ihren eigenen Idealen nicht gerecht werden. Dieser Streik ist einer Elite vorbehalten, die es sich leisten kann, sich in der NUni aufzuhalten. Das ist NICHT basisdemokratisch. Man beruft sich auf die vorbildliche Öffentlichkeitsarbeit der Österreicher, und dann hat man eine absolut schrottige und im Design mangelhafte Homepage. Und das Wiki macht auf mich auch nur den Eindruck, dass es zur Dekoration vorhanden ist. Hat sich irgendjemand mal mit der Idee/den Idealen, die hinter „Wiki“ steht/stehen, auseinander gesetzt? Das ist nämlich genau der Diskurs, an dem ich mich aktiv beteiligen möchte: Was heißt „frei“? Ein Wiki ist dazu da, dass Menschen, die überall auf der Welt verteilt angesiedelt sind, gemeinsam an einem Projekt arbeiten können. Nicht, um „Tagesplanung“ zu publizieren. Man könnte hier ein Wiki integrieren, man kann Wikis auch zugangsbeschränken, um Spam zu vermeiden und Arbeitsaufwand zu sparen. Und man könnte dieses Wiki nach Themen gliedern, die Dinge, die erstellt werden, dort publizieren und Input anderer Studenten, die eben nicht „vorbei kommen“ können, bekommen und in die Arbeit einbinden. Das möchte man aber anscheinend nicht. Statt dessen bekomme ich hier irgendwelche inhaltsleeren, schillernd bunte Pressemitteilungsseifenblasen, die mit irgendwelchen, inhaltlich nicht ausformulierten Begrifflichkeiten um sich werfen. Mehr bekomme ich aber nicht. Ich bekomme hier nur Schale, keinen Inhalt; und mir wird verwehrt mich inhaltlich zu beteiligen. Eine kleine Elite darf Bildungspolitik machen, nix anderes als die deutschen Universitäten. Und ja, diesen Vorwurf muss man sich gefallen lassen. Denn auch hier, darf nur derjenige mitmachen, der es sich leisten kann.

    • Martin sagt:

      Lieber Simon,
      schau dir doch einfach mal das wiki zur AG Mitbestimmung an (agsm.fachschaftskonferenz.de) und mach da mit. Da gibts interessante Texte zu aktuen Themen – leider ist es etwas unsortiert…

      grüße
      martin

  13. Zweifler sagt:

    @simon: Schön trotz allem, dass du Zeit findest ausführliche kritische Kommentare abzugeben. Mitwirkung ist tatsächlich denjenigen erschwert, die viel zu tun haben. Dieses Problem löst sich aber auch durch die Verwendung eines Wikis lediglich virtuell. Bei diesem Protest geht es ganz zentral um das Recht auf Partizipation von erwachsenen Bürgern, in einer zentralen gesellschaftlichen Einrichtung, in einem demokratischen Land. Wer Demokratie und Pluralismus als eigenständigen Wert neben Qualifikationen, die sich irgendwann auf das Einkommen auswirken, ansieht, hat guten Grund hier auch durch seine mehr als virtuelle Anwesenheit zu glänzen. Leider müssen die weltverändernden Seifenblasen in dieser schönen neuen Medienwelt auch erst erschaffen werden. Das geschieht durch die Show, die „echte“ Leute bei „echten“ Aktionen inszenieren – traurig aber wahr. Und auch wenn deine pragmatische Sicht auf den Zweck der Bildung ihre Spitze haben mag: Von mir aus „darf es gern ein (metaphysisches) bißchen mehr sein“. Die Situation in Deutschland mit dem „Rest der Welt“ zu vergleichen hat sicherlich auch seine Berechtigung. Aber diese „privilegierte“ Stellung gleicht sich einer nirgends begrüßenswerten Dystopie an: Immer schmalere Eliten mit Zugang zu immer mehr scheuklappenartiger „Bildung“ und nicht zuletzt: immer mehr elitäre, privilegierte, notengläubige, bornierte Studenten aus eben diesen Verhältnissen, denen dazu nicht mehr einfällt als: Nach mir die Sintflut.